Ich habe historische und sprachliche Hinweise zusammengetragen, die helfen können, den Namen „Wachtelhau“ historisch einzuordnen – auch wenn es keine direkte Urkunde mit erklärter Namensherkunft online gibt (z. B. im Stadtarchiv oder alten Karten). Die Analyse basiert auf linguistischen Quellen, Flurnamenpraxis in Süddeutschland und historischen Kartenwissen:
📜 Warum der Name Wachtelhau historisch plausibel ist
1. Wachtelhau als Flurname
Der Name „Wachtelhau“ ist typisch für alte Flurnamen in Süddeutschland. Viele Straßen und Gewerbegebiete wurden erst im 20. Jahrhundert bebaut, aber die Namen sind häufig ältere Landschaftsbezeichnungen, die schon lange in Karte oder bei Landwirten gebräuchlich waren.
Der Begriff setzt sich wahrscheinlich aus zwei alten Wortteilen zusammen:
- „Wachtel“ – der Vogel, der im Deutschen schon seit dem Mittelalter so genannt wurde. Viele Flurnamen beziehen sich auf Tiere, die dort häufig vorkamen oder gejagt wurden.
- „Hau“ – eine häufige Endung in deutschen Flurnamen, die auf eine Rodung oder gerodetes Land hinweist (von mittelhochdeutsch houwen, „hauen/roden“). Solche Gebiete entstanden, wenn Wald gerodet wurde, um Felder oder Weiden zu schaffen.
Zusammengesetzt bedeutet Wachtelhau also grob:
➡️ ein ehemals gerodetes Stück Land, das als Lebensraum für Wachteln bekannt war (oder lokal so genannt wurde).
Diese Art der Namensbildung ist in vielen Regionen Süddeutschlands dokumentiert. (dl.ub.uni-freiburg.de)
🗺️ Historische Karten und das Gebiet
Es gibt zwar keine online frei zugänglichen historischen Karten, die explizit „Wachtelhau“ zeigen, aber das Gebiet rund um Sigmaringen und seine Flurbezeichnungen sind seit Jahrhunderten kartiert. Historische Karten etwa aus dem 17. oder 18. Jahrhundert des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen (z. B. bei Euratlas oder im Staatsarchiv) zeigen sehr detaillierte Flur- und Feldnamen – dort lassen sich oft ähnliche Endungen wie „-hau“, „-halde“, „-acker“ finden. (euratlas.net)
Solche Karten sind historisch wertvoll, weil sie zeigen, wie Land genutzt wurde lange bevor moderne Siedlungen oder Gewerbegebiete entstanden. Den Namen „Wachtelhau“ trugen solche Flächen vermutlich schon früher.
🧠 Vergleich mit anderen Flurnamen
In historischen Flurnamenlisten aus der Region (z. B. in Hohenzollerischer oder badischer Forschung) tauchen ähnliche Namensmuster auf:
- „Hartwasen“, „Wasen“ – Flächen mit Weide oder Gräsern
- „Acker“, „Halden“ – Felder und Hänge
- „Hau“ – gerodetes Gelände
Diese sind oft über Jahrhunderte überliefert und wurden später bei der Benennung von Straßen und Gebieten übernommen. (dl.ub.uni-freiburg.de)
🧾 Fazit zur historischen Herkunft des Namens
🔹 „Wachtelhau“ ist kein moderner Name ohne Bedeutung.
Er beruht sehr wahrscheinlich auf einem alten Flurnamen, der eine Landschaftsbeschreibung war – z. B. ein gerodeter Bereich, der für Vögel wie Wachteln günstig war oder lokal so genannt wurde.
🔹 Der Begriff „Hau“ deutet klar auf Rodung und Landschaftsnutzung hin, wie es in Süddeutschland üblich war, bevor moderne Stadt- und Industriegebiete entstanden. (dl.ub.uni-freiburg.de)
🔹 Historische Karten oder Katasterpläne (z. B. aus dem Stadt- oder Landesarchiv) zeigen solche Flurnamen oft über Jahrhunderte – und werden vom heutigen Straßennamen übernommen, wenn neue Wege oder Gebiete angelegt werden. (euratlas.net)
🧭 Empfehlung für vertiefende Recherche
Wenn du es genau belegt haben willst, z. B. für ein Buch oder eine Publikation, kannst du:
📌 Im Staatsarchiv Sigmaringen oder Hohenzollern nach alten Karten und Katasterplänen fragen (Flurkarten, die oft bis ins 18. Jahrhundert reichen).
📌 Beim Stadtarchiv Sigmaringen gezielt nach alten Dokumenten zur Flur „Wachtelhau“ suchen.
📌 Historische Karten (z. B. im Landesvermessungsamt oder online über Euratlas-Archive) heranziehen, wo Flurnamen eingezeichnet sind.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du historische Karten und Flurnamen zur Erforschung des Namens „Wachtelhau“ (und der Landschaft um Sigmaringen) finden kannst – ohne spezielles Fachwissen oder Archivzugänge:
🗺️ 1. Staatsarchiv Sigmaringen – Startpunkt für historische Karten
Das Staatsarchiv Sigmaringen ist die wichtigste Anlaufstelle für historische Karten, Pläne und Katasterunterlagen zur Region Sigmaringen und dem früheren Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen.
Hier findest du Flurkarten und alte Kartenwerke aus mehreren Jahrhunderten – teils als Digitalisate oder mit Archivsignaturen für Fernzugriff. (Landesarchiv Baden-Württemberg)
So gehst du vor:
- Kontakt aufnehmen:
– Telefon: +49 7571 101-551
– E-Mail: stasigmaringen@la-bw.de
– Adresse: Karlstraße 1, 72488 Sigmaringen (Landesarchiv Baden-Württemberg) - Archivalien-Viewer nutzen:
Auf dem Landesarchiv-Portal gibt es oft einen Viewer für Karten/Pläne (z. B. „Übersichtskarte über das Fürstentum…“ aus dem 18. Jh.) – dort kannst du online direkt in historischen Karten suchen. (LEO-BW) - Flurkarten anfragen:
Die ältesten Flurkarten (meist 16.–19. Jh.) zeigen historische Feld- und Flurnamen. Diese Karten sind meist nicht vollständig online, aber mit den Signaturen kannst du sie zur Ansicht oder Digitalisierung bestellen.
🗺️ 2. Online-Historische Kartenportale
🔹 OldMapsOnline (kostenfrei, erste Übersicht)
OldMapsOnline bietet einen guten Überblick über verfügbare historische Karten für den Zollernalbkreis (wo auch Sigmaringen liegt).
👉 Dort findest du z. B. Karten wie die Preußische Landesaufnahme 1898/1899 oder ältere topografische Karten, die im 19. Jh. erstellt wurden. (OldMapsOnline)
So nutzt du es:
- Öffne die Seite: OldMapsOnline.org
- Gib „Zollernalbkreis“ oder „Sigmaringen“ ein.
- Wähle Karten aus dem 19. oder 18. Jahrhundert für genaue Landschafts- und Flurnamenansichten.
Diese Karten zeigen oft detaillierte Orts- und Flurbezeichnungen, Felder, Wege und kleine Siedlungen – ideal für die Herkunft eines Namens wie Wachtelhau. (OldMapsOnline)
🗺️ 3. Historische Atlas-Sammlungen
🔹 Euratlas (Übersichtskarten)
Euratlas bietet historische Karten Europas, auch mit deutlicher Darstellung von Territorialgrenzen (z. B. Hohenzollern-Sigmaringen im 17.–19. Jh.). (euratlas.net)
Diese Karten zeigen zwar nicht die kleinsten Flurnamen, geben dir aber ein Verständnis des historischen Landesrahmens und wie sich Siedlungs- und Verwaltungsgrenzen geändert haben.
🧾 4. Lokale Flurnamenforschung
In regionalen historischen Veröffentlichungen (z. B. vom Hohenzollerischen Geschichtsverein) werden alte Flurnamen systematisch dokumentiert und erklärt. Einige Beispiele sind Aufsätze zu Flurnamen aus Gemeinden im Landkreis Sigmaringen. (LEO-BW)
Tipp:
Suche gezielt nach Begriffen wie:
- „Sigmaringen Flurnamen“
- „Hohenzollern Flurnamen“
- „Wachtelhau Flurname“
oder besuche lokale Geschichtsvereine bzw. Bibliotheken – dort findest du veröffentlichte Karten und Namenslisten aus dem 18.–20. Jh.
📍 Praktisches Beispiel: Online-Karte finden
Du kannst so vorgehen, um eine alte Karte direkt anzusehen:
- Öffne OldMapsOnline.org
- Setze den Suchort auf „Sigmaringen“
- Wähle Karten aus dem späten 19. Jahrhundert (z. B. Preußische Landesaufnahme 1898)
- Zoome in die Umgebung der heutigen Maximilian-Haller-Straße / Wachtelhau
- Suche nach alten Flurbezeichnungen oder ähnlichen Namen
Dadurch siehst du, wie das Gelände vor der modernen Entwicklung genannt wurde – oft sind diese alten Namen noch heute in Straßennamen erhalten. (OldMapsOnline)
📌 Zusammenfassung – Was du wo findest
| Quelle | Was du findest | Zugang |
|---|---|---|
| Staatsarchiv Sigmaringen | Original-Flurkarten, Katasterplan, Ortspläne | Archivkontakt/Viewer (Landesarchiv Baden-Württemberg) |
| OldMapsOnline | Historische topografische Karten | Direkt im Browser (OldMapsOnline) |
| Euratlas | Große historische Übersichtskarten | Online (euratlas.net) |
| Regionale Publikationen (Leo-BW) | Flurnamen-Aufsätze, lokalhistorische Dokumente | Bibliothek/Archiv (LEO-BW) |
📩 Bonus-Tipp
Wenn du konkret herausfinden willst, wann der Name „Wachtelhau“ erstmals auftaucht, kannst du beim Stadtarchiv Sigmaringen oder dem Landesarchiv-Viewer gezielt nach:
📌 alten Flur- oder Katasterkarten mit Flurnamenverzeichnis
📌 Grund- und Herrschaftsbüchern (oft mit Flurbezeichnungen)
📌 historischen Adressbüchern
fragen – dort sind oft auch Scans oder Transkriptionen vorhanden, die dir genau sagen, in welchem Jahrhundert der Name erstmals auf einer Karte steht. (Landesarchiv Baden-Württemberg)
